Biographie

Atelier in Berlin-Steglitz, Hubertusstraße 13, Brief an Hanna Fuess, 15. Feb. 1905, Stadtarchiv Celle

1862

 

am 1. Januar wird Paulus Georg Schad als Sohn des protestantischen Postoberkondukteurs Georg Adam Schad und dessen Frau Elisabeth Anna geb. Martin in Nürnberg geboren

 

1877 - 1880

 

Studium an der Nürnberger Kunstgewerbeschule, Bildhauer - und Architektenabteilung bei Gustav Adolf Gnauth

 

1880

 

15. Oktober: Einschreibung an der Münchener Akademie der Bildenden Künste (Matrikelnummer 3838),

studiert bei Ludwig von Löfftz 

 

1883

 

Meisterschüler des Genre- und Historienmalers Franz von Defregger

wohnt in der Schnorrstraße 3/III

 

1886

 

11. August: Geburt des Sohnes Felix

 

1887

 

Heirat mit Barbara Rosa Selma Maria (gen. Bettina oder Betty) Lippoldt aus Schreiberhau



1883 - 1888

 

Kopien nach Alten Meistern, u.a. im Auftrag des Königs Karol von Rumänien für das Schloss Sinaia in den Karpathen

 

1888

 

Schad-Rossa verlässt die Münchener Akademie

wohnt in der Blüthenstrasse 16/III (seit 1889 in der Blüthenstrasse 14/III)

 

1889 - 1894

 

Ordentliches Mitglied des Münchner Kunstvereins

 

1895 - Herbst 1900

 

Gründung/Leitung einer Damenkunstschule in München

1898 wohnt in der Marktstrasse 11b/IV, später in der Rambergstrasse 4/IV

 

1900

 

22. September: Ankunft in Graz

Dezember: Informelle Gründung des "Grazer Künstlerbundes" als "Ideengemeinschaft"

 

1901

 

13. Mai: Die "Grazer Kunst" erscheint, Herausgeber

13. Oktober: Offizielle Konstituierung des "Grazer Künstlerbundes"

 

1904

 

4. März: Weggang von Graz

 

1905

 

Februar: Atelier ("Werkstattbau") in Berlin, Hubertusstrasse 13

 

1907

 

wohnt in Berlin-Steglitz, Düntherstrasse 8

 

1909

 

Italienreise

 

um 1910/11

 

Reise nach Spanien und Portugal

 

um 1912

 

Reise in die bayerischen Berge

 

1916

 

im November stirbt Schad-Rossa

 

Heiratsurkunde von Paul Schad und Frau Barbara geb. Lippoldt, Standesamt München am 15. Januar 1887 (Abb. Seite 1)

 

B.

Nr. 69

München, am fünfzehnten Januar tausend acht hundert achtzig und sieben.

Vor dem unterzeichneten Standesbeamten erschienen heute zum Zweck der Eheschließung:

 

1. der Kunstmaler Paulus Georg Schad, der Persönlichkeit nach auf Grund mehrerer vorgezeigter Legitimationspapieren anerkannt, protestantischer Religion, geboren den ersten Januar des Jahres tausend acht hundert sechzig und zwei zu Nürnberg, wohnhaft zu München Schnorrstraße No. 3, Sohn des verstorbenen Postoberkondukteurs Georg Adam Schad zuletzt zu Nürnberg und dessen Ehefrau Elisabetha Anna geborenen Martin wohnhaft zu München;

 

2. die Barbara Rosa Selma Maria Lippoldt, der Persönlichkeit nach in voriger Weise anerkannt, katholischer Religion, geboren den siebenten November des Jahres tausend acht hundert sechzig und vier zu Schreiberhau in preußisch Schlesien, wohnhaft zu München Schnorrstraße No. 3, Tochter des Glasmalers Gustav Selmar Edmund Lippoldt und dessen verstorbenen Ehefrau Anna Barbara geborenen Höllinger, wohnhaft zu Schwabing.



Als Zeugen waren zugezogen und erschienen:

 

3. der königliche Professor an der Kunstgewerbeschule Robert Ulke, der Persönlichkeit nach in übenstehender Weise anerkannt, vier und fünfzig Jahre alt, wohnhaft zu München Schraudolphstraße No. 14;

 

4. der Glasmaler Edmund Lippoldt, der Persönlichkeit nach in übenstehender Weise anerkannt,

vier und fünfzig Jahre alt, wohnhaft zu Schwabing.

 

In Gegenwart der Zeugen richtete der Standesbeamte an die Verlobten einzeln und nach einander die Frage: ob sie erklären, daß sie die Ehe mit einander eingehen wollen. Die Verlobten beantworteten diese Frage bejahend und erfolgte hierauf der Ausspruch des Standesbeamten, daß er sie nunmehr kraft des Gesetzes für rechtmäßig verbundene Eheleute erkläre.

 

Vorgelesen, genehmigt und unterschrieben

Paul Schad

Barbara Schad gb. Lippoldt.

Robert Ulke kgl. Professor.

Lippoldt Edmund

Der Standesbeamte

[Unterschrift unleserlich]

 

Stadtarchiv München

 

Transkription: Bruno Grönke

 



Das geistige Deutschland am Ende des XIX, Jahrhunderts. Bd. 1: Die bildenden Künstler. Enzyklopädie des deutschen Geistesleben in biographischen Skizzen. Aufgrund persönlicher Einsendungen bearbeitet. Leipzig ; Berlin : C. G. Röder, 1898.



Schad, Paul, Maler, geboren am 1. Januar 1862 zu Nürnberg, seit 1885 verheiratet mit Betty Lippoldt aus Schreiberhau, besuchte mit dem 15. Jahre die Nürnberger Kunstschule als Bildhauer. Als er 1880 auf die Münchener Akademie übersiedelte, widmete er sich der Malerei und studierte bei Löfftz; 1883 kam er als Meisterschüler zu Defregger. In jene Zeit fällt die Entstehung seines ersten größeren, ganz auf Ton gehaltenen Stimmungsbildes: „Es will Abend werden“. Damals stellte er auch im Auftrag des Königs Karol von Rumänien nach alten Meistern eine Reihe von Kopieen her, welche für das Schloss Sinaia in den Karpathen bestimmt waren. Anlässlich dieses Auftrages lernte ihn ein sehr kunstverständiger Engländer schätzen, und für diesen hatte er Perlen namentlich der altdeutschen Schule zu kopiren, so vor Allem Dürers Baumgartner-Altar und die Flügelbilder des Holbein-Altars in München, die Holbeinsche Madonna in Darmstadt, die vier unteren Flügel des Genter Altarwerks der van Eycks in Berlin. 1888 verließ Schad die Akademie und ergab sich auf dem Lande einem ganz naturalistischen Studium: da entstand mit starker Pointirung des Freilichtes „Fronleichnam“. Die nächsten Jahre widmete er rein koloristischen Studien. Charakteristisch für sein damaliges Streben nach vibrierendem Licht ist seine „Nachlese“ (in blauer Luft). Die Summe jenes Studiums verdichtete sich in der Idee des symphonischen Gemäldes; dahin gehört von Allem „Kain“ 1893 und „Wonne“ 1896. Ausserdem sind noch hervorzuheben: Am Wasser; Primula veris; Einsam; Gesündigt; dazu eine Reihe rein landschaftlicher Stimmungsbilder und eine größere Zahl gemalter und gezeichneter Portraits. 1895 gründete er in München eine Damenkunstschule, deren Leiter er ist. Wohnung: München, Blüthenstr.14.

 

 


Meldeblatt in Graz, Stadtarchiv Graz